Zweihochsechs Sieker II – SV Bünde III
Unsere nach der Fusion neu zusammengesetzte 2. Mannschaft hatte es zum Auftakt in der Verbandsklasse A in der ersten Runde mit Bünde III zu tun. Eine Mannschaft, die auf dem Papier schon ein paar DWZ-Punkte mehr aufzubieten hatte als wir. Aber wie es oft im September vorkommt, viele sind noch im Urlaub und so traten beide Mannschaften mit je 3 Ersatzleuten an. Dadurch waren wir auf dem Papier nur an den Brettern 5, 6 und 8 rein DWZ-Zahlen-mäßig unterlegen und sonst gleichwertig besetzt. Aber wir wissen ja, dass das nichts bedeuten muss.
So verlief der Kampf auch die ganze Zeit sehr ausgeglichen. Dietrich an Brett 1 hatte Englisch gegen sich, eine Eröffnung, die er selbst spielt. Trotzdem geriet er durch einen Königsangriff etwas unter Druck.
Ich selbst (Jörg) hatte den Eindruck, dass mein Gegner mit Schwarz in erster Linie erstmal auf Remis aus war. Er stieß mit einem Bauern bis d4 vor, baute ein sehr geschlossenes Zentrum auf, hinterließ aber ein paar leichte Bauernschwächen in seiner Stellung.
Alexander S. an Brett 3 geriet mit Schwarz in eine aggressive Stellung, die er zwar vorbereitet hatte, aber der Gegner kannte sich auch gut aus.
Bei Alexander B. an Brett 4 hatte ich immer den Eindruck, dass er eher unter Druck stand. Ich kenne ihn allerdings auch als guten Verteidiger und so blieb die Stellung immer einigermaßen ausgeglichen.
Nico spielte an Brett 5 mit Schwarz einen Caro-Cann, zu der ich nur sagen kann, dass sein weißfeldriger Läufer auf b7 etwas von eigenen Bauern eingebaut war.
Lena hatte an 6 mit Weiß Damenindisch gegen sich, dass Weiß meist eine gute Stellung bringt, aber für Schwarz auch sehr solide ist.
Tomas an Brett 7 stand am Königsflügel angesichts einer halboffenen G-Linie gegen sich unter Druck, hielt aber aktiv dagegen.
Michael spielte gegen seinen (DWZ-mäßig) überlegenen Gegner eine gute London-Partie, war aktiv am Damenflügel und stand mit Raumvorteil gut.
Das erste Remis gab es nach 1:10h, als Alexander an 3 seine turbulente Partie nach einem ziemlich wilden Schlagabtausch beendete. Nach seiner Aussage war die Partie sehr lange im Theorie-Bereich.
Es folgten Dietrichs Remis an Brett 1 und Nico hielt seine Stellung ebenfalls Remis. Stand 1,5 : 1,5.
Zu dieser Zeit erhielt ich ein Remis-Angebot, dass ich aufgrund von Alexander Butwilowskis verdächtiger Stellung ablehnte. Michael (8) stand auf Verlust und Tomas (7) materiell auf Gewinn. So gingen die Partien auch beide an Schwarz. Stand 2,5 : 2,5.
Jetzt hieß es an noch 3 Brettern mindestens 1,5 Punkte zu holen. Nach kurzer Blick auf die anderen Bretter (meine Zeit wurde knapp) schien mir ein Sieg meinerseits notwendig. Nach 2:50h verlor Alexander B. plötzlich seine zu dem Zeitpunkt gute Stellung durch einen Patzer. Er merkte seinen Fehler noch vor Ausführung seines Zuges, hatte eine Figur aber schon angefasst. („Berührt – Geführt“). Die Partie war verloren. Fast zeitgleich stellte der Gegner von Lena die Dame ein und glich den Fauxpas von Alexander wieder aus. Stand 3,5 : 3,5
Ich spielte weiter konsequent auf die schwachen Bauern meines Gegners, bis ich schließlich einen gewann. Danach ließ der Widerstand meines Gegners nach, sodass ich den Sieg einfahren konnte.
Ein ausgesprochen knapper Sieg, aber ein glänzender Start in die Saison, da es ein großer erster Schritt Richtung Klassenerhalt war.
Jörg Gareiss, 13.09.26






